1/13/2014

Wie betreibt man eigentlich ein (Fotografie) Gewerbe?




Ganz einfach: man macht nach der Schule eine Ausbildung zum Fotografen und macht sich selbstständig. 
Das ist der traditionelle Weg. 
Man kann es aber auch so oder so ähnlich machen wie ich, nämlich irgendwie anders. Selbstständiger, autodidaktischer. 
Ich nenne mich ungern Fotografin, weil ich keine Ausbildung habe. Aber eine Ausbildung muss in meinen Augen nicht sein, wenn man im Fotografiegewerbe Fuß fassen will. 
Wie ich es geschafft habe , mir meinen "eigenen Nebenjob", wie ich es gern nenne , aufzubauen, will ich Euch deshalb Heute erzählen. 
Bei mir fing die Liebe zum Fotografieren mit meiner ersten eigenen Hündin Lotta an. 
Durch sie stieß ich im Internet auf tolle Hundefotos und fragte mich, warum meine Fotos - obwohl ich doch eine Spiegelreflexkamera hatte - nicht so toll wurden wie die im Internet. 
Und dann nahm das Unheil seinen Lauf. Ich las mich ein, durchforstete das Internet und begann, mein Equipment von meinem - wohlgemerkt komplett selbstverdienten! - Geld aufzustocken. Ich begann, immer und immer mehr zu wollen und mich immer und immer mehr zu informieren. 

Irgendwann entschied ich mich, ein Gewerbe anzumelden, und das ganze offiziell zu machen. Dafür brauchte ich nur zum Gewerbeamt gehen und 22 Euro bezahlen - dachte ich. Danach kamen Handwerkskammer und Finanzamt. Diese Anträge auszufüllen und zu verstehen war schon etwas schwieriger, und das war die erste Hürde auf dem Weg zum Gewerbe.
Als ich diese allerdings geschafft hatte, hieß es : Website basteln, Facebookseite erstellen und ordentlich Werbung machen! 
Nach nunmehr einem dreivierteljahr der "Selbstständigkeit nebenbei" habe ich jede Menge Visitenkarten verteilt, Facebookaktionen gestartet, Flyer ausgehängt und vorallem : Ganz viel geredet und den Leuten von mir erzählt. 



Ich habe schnell gemerkt, dass einiges dazugehört, ein Gewerbe zu betreiben - gerade dann, wenn man irgendwann mal Geld damit verdienen will. 
Dass das mit dem Geld verdienen nicht so einfach geht wie ich mir vorgestellt hatte, habe ich auch bald feststellen müssen. 
Das erste halbe Jahr habe ich nur draufgezahlt. Ich habe das Geld, dass ich mir mit meinem zweiten Nebenjob verdient habe, fast komplett in das Gewerbe gesteckt. Die Handwerkskammer wollte Geld haben, neue Objektive, CD Rolinge, Papierkram, neue Lampen, eine Studioausrüstung und noch manches mehr mussten angeschafft werden. 
Der Punkt an dem ich sagen kann "So. Jetzt hab ich alles!" ist bis Heute nicht erreicht.
Trotzdem wirft mein Gewerbe seit einigen Wochen etwas ab - auch wenn es nicht die Welt ist. 

Das liegt daran, dass ich in letzter Zeit ziemlich fleißig war. 
Ich habe teilweise Abende und Nächtelang am PC gesessen um Fotos zu bearbeiten und habe viel Zeit und Geduld in die Arbeit in meinem Studio und mit meinen Kunden gesteckt. Das wichtigste dabei: Immer den Überblick behalten und geregelt vorgehen. Ich schreibe mir zu allem Listen und pane meine Shootings ganz genau. 
Dabei helfen mir mein Planer (mein geliebter filofax) und einige dicke Ordner, in denen ich alle Notzien und Formulare aufbewahre. 
Auch wenn ich ansonsten wirklich unordentlich bin: Bei gewerblichen Tätigkeiten ist Ordnung das halbe Leben!
Es fällt jede Menge Papierkram an, und außerdem müsst ihr alle Dokumente für das Finanzamt aufheben und alles genau aufschreiben. 
Außerdem hilft eine gewisse Ordnung dabei, Termine zu machen und sie nicht zu vergessen! Gerade, wenn man nebenbei noch studiert und arbeitet wie ich.



Genauso wichtig wie Ordnung ist die Motivation: Wenn ihr ein Gewerbe eröffnet und damit erfolgreich sein wollt, dann müsst ihr jeden Tag daran glauben und an Euren Träumen festhalten - auch, wenn es mal so gar nicht rund läuft und ihr denkt, ihr tretet auf der Stelle.
Denkt immer daran, wofür ihr ackert und warum ihr ein Gewerbe eröffnet habt: Weil ihr Spaß an der Sache habt.
Bleibt am Ball!


4 Kommentare:

  1. Der Eintrag gefällt mir wahnsinnig gut! :)

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  2. gut geschrieben & sehr interessant! :)

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  3. Musst du auch an das BG ETEM zahlen? Die haben mir damals mit ihren Forderungen das Genick gebrochen und ich musste mein Gewerbe wieder abmelden! :(

    P.S. Super schöner Blog! Ich schau mich jetzt erst mal richtig um!

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    1. Hallo Steffi :) Da ich bisher nur ein Steuerfreies Nebengewerbe betreibe, halten sich die Kosten noch in Grenzen, trotzdem waren sie nicht ohne .. Da die Regelungen zu Gewerbeanmeldungen von Bundesland zu Bundesland anders sind, kann ich dir leider nicht wirklich helfen. Hier in NDS gehen die meisten Zahlungen an die Handwerkskammer Hildesheim, in die man als Gewerbetreibender eintreten muss.

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